Marisa-Luana Quaranta

K L A V I E R L E H R E R I N ,  M U S I K E R I N ,  P I A N I S T I N 


Besser Lernen mit Musik?

Bereits vor einigen Jahren haben Wissenschaftler und Forscher rausgefunden, dass Menschen die Musik machen leichter lernen. Vor allem wurden Schulkinder getestet. 

Hört Ihr Kind auch gerne bei den Hausaufgaben Musik oder kann es Vokabeln angeblich nur richtig lernen, wenn der CD-Spieler läuft?  Bei vielen Schülerinnen und Schülern läuft ohne das Lernen mit Musik gar nichts.

 

In erster Linie hat jede Form von Musik eine direkte Wirkung auf die Gefühlswelt. Sie kann glücklich, nervös, aggressiv, ruhig, entspannt, aufgedreht oder traurig machen. Als Einstimmung auf einen Lernprozess kann Musik auch motivierend wirken. (Wie übrigens beim Sport auch - wie viele JoggerInnen sehen Sie alltäglich mit den Stöpseln in den Ohren?). So wie Sie häufig bei einem bestimmten Lied an eine ganz spezielle Situation erinnert werden, kann eine Melodie der Auftakt einer Arbeitsphase sein. Musik bei den Hausaufgaben und beim Lernen sollten Sie Ihrem Kind also nicht grundsätzlich verbieten, obwohl die Aufnahmefähigkeit des Gehirns dadurch stärker beansprucht wird. Je mehr Informationen ein Gehirn beim Lernen noch nebenbei verarbeiten muss, desto weniger sicher wird der aufgenommene Lerninhalt gespeichert. Anders verhält es sich wenn Ihr Kind sich Lerninhalte aktiv erarbeiten muss. Um beispielsweise einen Text konzentriert zu lesen und dann eine Nacherzählung zu schreiben, braucht Ihr Kind seine ganze Aufmerksamkeit. Selber denken und entdecken bindet seine Konzentration und lässt wenig Platz, um sich gleichzeitig auf andere Dinge zu konzentrieren. Schwierige, laute oder anstrengende Musik mit anspruchsvollen Texten stört beim lernen generell. Manche Kinder sind jedoch selber so unruhig und angespannt, dass eine ruhige, entspannende und meditative Hintergrundmusik ihnen auch beim entdeckenden lernen hilft. Diese Musik erzeugt dann eine beruhigende Athmosphäre, in der das Kind sich besser konzentrieren kann. Die Musik selbst wird dabei gar nicht bewusst wahrgenommen.

 

So wie die Werbung die Möglichkeit des Musikeinsatzes nutzt, um ihre Botschaft besser zu transportieren und bei den Konsumenten zu verankern, können aber auch bestimmte Lerninhalte mit Musik besser behalten werden. Das gilt besonders für Lernstoff, der reproduziert wird. Soll sich ihr Kind beispielsweise Vokabeln einprägen oder das Einmaleins auswendig lernen, so kann es durchaus sinnvoll sein, diesen Stoff im Takt einer bestimmten Musik mehrfach zu wiederholen. Clevere Köpfe haben das bereits mit dem Einmaleins, dem Alphabet und französischen oder englischen Verben umgesetzt. Durch die Kopplung des Rhythmus der Musik mit der Vokabel ist der Behaltenseffekt bei manchen Kindern grösser.

  

Quelle: Uta Reimann-Höhn, Dipl. Pädagogin